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Schnitte, die
die Welt verändern

Sculptured

Er entwickelte die I-Linie, die gerade und ganz ohne Taille verläuft und ist der Herr der perfekten Schnitte. Kein anderer Designer hat die Haute Couture mehr beeinflusst als der Spanier Cristóbal Balenciaga. Spartanisch und reduziert, steht seine Mode nicht nur für Perfektion, sondern auch für einen bewusst künstlerischen Anspruch. Das verbindet ihn unter anderem auch mit Naturstein.

Geredet hat der Sohn eines baskischen Fischers wenig, Interviews waren ihm ein Gräuel. Es gibt also wenig, was man über den Menschen Cristóbal Balenciaga sagen kann, außer, dass er zeitweilig einen Afghanen besaß, gerne Ski fuhr und in seinem Atelier stets einen blauen Arbeitskittel trug. Aber warum sollte er auch über sich reden, wenn seine Modelle doch so viel mehr zu sagen hatten.

 

Cristóbal Balenciaga war seiner Zeit stets voraus und schuf in der Mitte der vierziger Jahre moderne, eigenständige Linien, die nicht wie bisher die Taille in den Mittelpunkt setzten. Stattdessen entwarf er Kostüme mit langen Jacken und runden Schultern, Kimonoärmeln und blousonartigen Rückenpartien. Ein revolutionärer Zugang, der Formen abseits der Norm die Türen öffnete.

 

Seine Entwürfe brachten ihm bald den Ruf ein, den weiblichen Körper wie eine Skulptur zu bearbeiten. Wie ein Architekt war er besessen davon, den perfekten Schnitt zu finden, eine Symbiose aus Stoff und Körper zu schaffen. Das wussten bald auch Filmstars wie Ava Gardner oder Marlene Dietrich zu schätzen, die in Balenciaga Roben ihre ganz großen Auftritte hatten. Die Kundinnen für die Balenciaga arbeitete verband eine gewisse Unabhängigkeit. Er entwarf für vermögende Damen aus Finanz- und Industriekreisen, für Aristokratinnen, Künstlerinnen, Intellektuelle und Diplomatinnen. Sie gehörten zweifellos zu einer gesellschaftlichen Elite, die Kleidung als Ausdruck ihrer Persönlichkeit und ihres Lebensstils einsetzen. Selbstbewusste Frauen, die sich gegen die von der Gesellschaft vorgesehene Kleiderordnung auflehnten und wie Balenciaga ihre eigene Form der Revolution lebten.

Projekt: Haus W, 2016
Wedding Dress by Balenciaga, 2011

„Elegance is elimination“

Cristóbal Balenciaga

Nicht alles, was er entwarf, war tragbar. Aber darum ging es auch gar nicht – vielmehr wollte er Kleidung nicht auf eine bestimmte Form reduzieren und in seinen Entwürfen größtmögliche Freiheit ausleben. Bei aller Opulenz bestand seine Eleganz im Weglassen. Ganz so wie in der Natur, deren unbestechlicher Schönheit auch nichts hinzuzufügen ist.

Dress by Balenciaga, 2011
Projekt: Haus am Irrsee, 2014

Cristóbal Balenciaga zog sich 1968 aus der Modewelt zurück und lebte bis zu seinem Tod 1972 im Baskenland – dessen Farben und Traditionen hatten ihm stets als Inspiration gedient. Auch nach 80 Jahren wirken seine Kreationen modern und zeitgemäß, sie sind über alle Moden erhaben. Das haben sie mit unseren Steinen gemeinsam. Denn auch sie haben kein Ablaufdatum. Die Perfektion mit der die Natur Muster und Formen hervorbringt, ist außergewöhnlich. Genau danach suchen wir, wenn wir in den Steinbrüchen dieser Welt in scheinbar unscheinbaren Steinkolossen das Besondere vermuten. Wie bei Balenciaga braucht es dann den perfekten Schnitt, um die ganze Schönheit der Natur sichtbar zu machen. Atemberaubend und unique wie ein Haute Couture Kleid, das in den Häusern unserer Kunden weiterlebt. Mit dem einzigen Unterschied, dass man diese Art Couture täglich trägt.

Projekt: Haus P, 2016
Dress by Balenciaga, 1996
Stone in use
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