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Schwarz
meint es ernst.
Und das ist
gut so.

Pierre Soulages fotografiert von Patrick Demarchelier

In den Nullerjahren musste alles weiß sein, vom Milchschaum am Latte Macciato bis zum I-Pod. Das neue Jahrhundert hat seine Farbe gefunden: es kleidet sich in Schwarz. Schließlich war es immer schon die Farbe derer, die eine neue Zeit kommen sahen. Grund genug uns der Nichtfarbe zu nähern und in ihre Tiefgründigkeit und Schönheit einzutauchen.

Pierre Soulages liebt Schwarz. Das wird sofort klar, wenn man vor seinen abstrakten Bildern steht. Der am Heiligabend 1919 im südfranzösischen Rodez geborene Künstler zählt zu den wichtigsten Vertretern der nicht gegenständlichen Malerei. Seine Vorliebe für Schwarz ist beinahe beiläufig entstanden. „Als ich eines Tages malte, hatte plötzlich das Schwarz die gesamte Fläche des Bildes erfasst, ohne irgendwelche Formen oder Kontraste, ohne das kleinstes Durchschimmern.“ erzählt er. In dieser Form habe er die Negation des Schwarz erkannt. Aus dem Dunkel kam eine Klarheit, ein bildhaftes Licht, dessen emotionale Kraft ihn in seinem Wunsch zu malen nur noch bestärkte. Seine Bilder nennt er „Outrenoir“, was soviel wie „jenseits von Schwarz“ bedeutet. In ihnen arbeitet er lediglich mit Reflexionen des Lichts und drückt damit seinen Widerstand gegen die bunten, unterhaltsamen Formen der Kunst aus.

 

Überhaupt ist Schwarz die Farbe des Widerstandes und der Auflehnung. So wehrten sich die niederländischen Kaufleute des 17. Jahrhunderts mit ihrer schwarzen Kleidung gegen den Prunk der Adelsgesellschaft. Weil der Nichtfarbe aber auch etwas Elitäres und Besonderes innewohnte, trug man sie auch an Feiertagen. Bis zu Beginn des vorigen Jahrhunderts hat man sogar in Schwarz geheiratet. Darüberhinaus steht Schwarz seit jeher auch für weniger erfreuliche Dinge wie Tod, Schuld, Angst und den Teufel. Wem das immer noch nicht genug Bedeutung ist, dem sei gesagt, dass Schwarz auch Symbol für Bescheidenheit, Macht, Enthaltsamkeit und Eleganz ist. Sie sehen schon: keine andere Farbe vereint so viele Widersprüche in sich und lässt so viele unterschiedliche Deutungen zu. Darin liegt die Faszination und die Chance von Schwarz. Das erkannten auch schon Modedesigner wie Coco Chanel oder Alber Elbaz. Sie haben Schwarz zum Lebensinhalt und Stilmittel gemacht. Weit entfernt von Langeweile und Monotonie.

 

 

 

Schwarz ist die Farbe
der Kompromisslosigkeit.
Niemand weiss das besser
als Konstantin Filippou.

Bilder: Per Anders Jörgensen

Wer sich zum Schwarz bekennt, der schätzt die Intensität der Aussage. Schwarz ist radikal und steht für eine besondere Energie. Einer die sich ihren Weg sucht, gegen deren Wucht man sich kaum wehren kann. In etwa so, muss es sein, wenn kreatives Potential wie das von Konstantin Filippou ans Licht drängt. In aller Konsequenz und gegen den Strom. Kein Wunder, dass der mit zwei Michelin-Sternen dekorierte Spitzenkoch Schwarz trägt. In der Küche und auch privat. Schwarz ist in seinem Fall viel mehr eine Haltung als bloß eine Farbe. Sie zieht sich wie der schwarze Faden durch das Restaurant in der Dominikanerbastei. Schwarze Teppiche, schwarze Stühle, schwarze Kochhauben, schwarzer Naturstein, ja sogar die getrockneten Kräuter baumeln von einer schwarzen Decke. Sein erstes Kochbuch, das gleichzeitig seine persönliche Geschichte ist, ist ebenfalls in Schwarz getaucht. Bis an die Ränder. Die eindrucksvollen Bilder stammen von Per-Anders Jörgensen und dessen Frau Lotta. Ebenfalls Liebhaber der Nichtfarbe und vielfach ausgezeichnete Magazin Herausgeber. Menschen die dieselbe Farbe mögen, finden sich. Schwarz als geheimer Code, der Menschen und Ideen stillschweigend und selbstverständlich zusammenbringt.

 

Schwarz ist eben nicht Grau und hat auch keine „Fifty Shades“. Monoton ist es dennoch nicht, denn es schafft Klarheit und lässt Strukturen hervortreten. Das richtige Maß an Dramatik bekommt man gratis dazu. Das gilt auch und gerade für schwarzen Naturstein. Für Schönheiten wie NERO ASSOLUTO, BLACK MOSAIC, SPICE BLACK, NERO MARQUINA oder BLACK FUSION. Poliert, satiniert, geflammt oder gebürstet, für Innen und für Außen. Schwarz hat viele Möglichkeiten, man muss es nur tragen können.

 

 

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