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Sedimentgesteine -
Charakterstarke Schönheiten
voller Natürlichkeit

WAS SIND EIGENTLICH
SEDIMENTGESTEINE
und woher kommt ihre Einzigartigkeit?

Mehr als 2/3 der Erdoberfläche sind von Sedimentgesteinen bedeckt.

Zu ihren bekanntesten Vertretern zählen:
Brekzien, Dolomite, Kalksteine, Konglomerate, Sandsteine, Schiefer und Travertine.

 

Entstanden sind sie vor vielen Millionen Jahren aus Ablagerungen, die durch Verfestigung (im Fachjargon nennt man diesen Prozess Diagenese) zu dem geworden was sie heute sind. Damit sind sie Teil des natürlichen Kreislaufs der Gesteine. Aus lockerem Sand wird fester Sandstein, aus Ton wird Schiefer. Während Kalkstein aus Mikroorganismen, Fossilien oder Korallen, die magmatischen Gesteine (Basalt, Dorit, Gabbro, Granit, Synit usw.) unter großem Druck und hoher Temperatur entstanden sind, sind die sedimentären Gesteine wesentlich langsamer und sanfter entstanden. Das zeigt sich auch an ihren ganz besonderen Eigenschaften.

 

Sedimentgesteine sind weicher, haben häufig Hohlstellen und Auswaschungen und beinhalten oft Tonadern und Algeneinschlüsse. Das macht Sedimentgesteine verletzlicher als andere Steine, weshalb einige von ihnen, wie zum Beispiel GIALLO, ATLANTIDE, BIANCO PERLINO, BOTTICINO und PIETRA SERENA auch nicht für den Außenbereich geeignet sind. Darüber sollte man sich beim Kauf von Sedimentgesteinen im Klaren sein. Selbst Steine die laut ÖNORM EN 1341 Prüfverfahren frostfest sind, sind trotzdem nicht zur Gänze wetterfest. Das wäre auch zu viel verlangt, denn vor allem Sedimentgesteine zählen zu den Natursteinen, die verwittern dürfen. Genau das macht ihren ganz besonderen Charme aus.

WIE VERWENDET UND PFLEGT MAN
diese sensiblen Schönheiten?

Sämtliche Gebäude der Wiener Ringstraße, der Hamburger oder Pariser Altstadt, das Guggenheim in Bilbao, das Rockefeller Center und das Empire State Building, die St. Pauls Cathedral und der Buckingham Palace wurden aus Dolomit, Kalkstein oder Sandstein gebaut. Auch heute noch verwenden namhafte Architekten wie David Chipperfield, Matteo Thun, Baum- schlager Eberle, Alvaro Siza, Renzo Piano – vorwiegend Sedimentite für ihre Bauten. Aus gutem Grund. Sie sind einfach schön. Und sie werden im Laufe der Jahre immer schöner. Doch spätestens an diesem Punkt scheiden sich die Geister. Denken wir an den beliebtesten Stein in der Baubranche, den Kalkstein. Er besteht überwiegend aus den Mineralen Calcit und Aragonit, zwei Kristallisationsformen von Calciumcarbonat (kohlensaures Calcium CaCO3). Wegen der vergleichsweise guten Löslichkeit des Carbonates ist Kalkstein gegenüber chemischer Verwitterung anfällig. Dem Wetter ausgesetzte Stellen bekommen oft schon nach kurzer Zeit eine Patina. Das muss man wissen und darauf sollte man sich einstellen. Nimmt man diese Tatsache als gegeben hin, sind Sedimentgesteine vielseitig verwendbar. Ihre natürliche Veränderung ist Teil ihrer Schönheit und ihres ganz besonderen Reizes.

 

Die bedeutendsten römischen Bauwerke wurden aus Travertin gebaut.

IM INNENBEREICH
eignen sich Sedimentgesteine besonders gut für Bäder, Vorräume, Küchen, Wohnräume oder Treppenhäuser. Geschliffen oder gebürstet zeigen sie ihre ganze Schönheit. Auf eine Hochglanzpolitur sollten Sie bei diesen Steinen aber verzichten. Polierte Steine könnten durch säurehaltige Mittel (wie Zitrone, Essig, Wein etc.) Schaden nehmen und an den Stellen wo sie damit in Berührung kommen, an Glanz verlieren. Bei helleren Steinen fällt dies nicht so sehr ins Gewicht, bei dunklen Kalksteinen (wie z.B. NERO MARQUINA, EMPERADOR etc.) sind die durch Säure angegriffenen, matten Stellen aber viel deutlicher sichtbar. Matte Oberflächen wirken diesem Effekt entgegen, durch Säure mattierte Stellen sind auf ihnen kaum sichtbar.

 

IM AUSSENBEREICH
werden Sedimentgesteine vorwiegend für Fassaden, Terrassen, Gartengestaltungen oder Massivarbeiten verwendet. Hier sollten Sie beachten, dass Sedimentgesteine, allen voran Sandsteine, besonders empfindlich auf Tausalz reagieren. Vor allem im Außenbereich sollten Natursteine daher weder versiegelt, imprägniert, noch in irgendeiner Form chemisch dicht gemacht werden. Die Kapillarität dieser Steine muss erhalten bleiben, Imprägnierungen, Versiegelungen und andere chemische Behandlungen schränken diese Funktion ein und das kann zu unerwünschten Verfärbungen und zum Abplatzen der Oberfläche führen. Salze können eindringen und könnten in weiterer Folge auch andere Bauteile wie Mauerwerk, Verputz, Metall und Ähnliches schwächen.

Pflegen Sie Ihre Sedimentsteine deshalb mit klassischem Seifenreiniger mit einer maximalen Alkalität von 10,5 ph. Viele Verunreinigungen verschwinden aufgrund der Kapillarität, UV-Licht oder Wasser ganz von selbst, bei wirklich hartnäckigen Flecken empfehlen wir einen Besuch im Fachhandel. Hier gibt es eine Reihe von professionellen Reinigungsmitteln, die dem Stein und seiner Schönheit nichts anhaben können.

 

WELCHE VERLEGEART
ist die beste?

Der Ort entscheidet über die richtige Verlegemethode. Je nach Aufbau des Unterbaus und den klimatischen Bedingungen gibt es verschiedene Zugänge. Grundsätzlich zeigt die Erfahrung, dass bei Sedimentgesteinen (v.a. bei Kalksteinen mit Tonadern) die ungebundene Verlegung im Außenbereich zu bevorzugen ist. Bei der Verlegung im Verbund werden Haftschlämmen und Zemente benötigt, die heute stark kunststoffvergütet sind. Sie verstopfen die Poren des Steins und die kapillare Leitfähigkeit ist nicht mehr gegeben. Eine ebenfalls bewährte Methode ist die Verlegung im Splittbett, oder die Verlegung auf Stelzlagern. Unabhängig von der Verlegeart, sollten Sie bei Sedimentgesteinen im Außenbereich mit 15 bis 20% Verschnitt rechnen. Bei Kalksteinen kann jede 5. Platte, je nach Sorte, so starke Tonadern aufweisen, dass diese Platten vor der Verlegung aussortiert werden müssen und gegebenenfalls nur für Randzuschnitte verwendet werden können.

Sedimentgesteine schätzen einen unaufgeregten und natürlichen Umgang. Diese Natürlichkeit ist ihr größter Vorzug.

Sedimentgesteine sind wahre Schönheiten und begleiten uns nun schon seit Jahrtausenden. Sie zählen damit zu den wohl ökologischsten Baumaterialen der Welt, dürfen in aller Ruhe altern und dabei ihren besonderen Charakter zeigen. Genau das macht diese Steine so einzigartig. In Zeiten von Kunststoff, Feinsteinzeug und Co ist die Verwendung von Sedimentgesteine daher mehr als nur ein Statement. Nehmen Sie sich unsere Empfehlungen zu Herzen und Sie werden lebenslang Freude an Ihrem Stein haben. Beobachten Sie seine Veränderung und freuen Sie sich darüber, denn sie sind Teil der Geschichte.

 

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